Gleich an zwei aufeinanderfolgenden Tagen hatten wir einen besonderen Gast zu unserem Amnesty-Briefmarathon: den Journalisten und Autor Wolfgang Bauer.
In Ludwigshafen im Fontäne Kulturzentrum e. V. und in Frankenthal in der Stadtbücherei teilte er seine Erfahrungen aus Afghanistan und Sudan – Länder, die ihm seit langem vertraut sind und in denen er Freunde hat.
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte ist dieses Jahr am 10. Dezember 77 Jahre alt und Amnesty ruft seit über 20 Jahren rund um diesen Tag Regierungen dazu auf, Menschenrechte zu respektieren. Mit Hunderttausenden Teilnehmenden und Millionen von Briefen die größte Menschenrechtskampagne weltweit.
In Form einer Bildungskampagne können sich Jugendliche mit ihren Schulen am Briefmarathon beteiligen. Begleitet von Amnesty lernen sie anhand von aktuellen politischen Ereignissen eigene Positionen und Haltung zu entwickeln.
Der Briefmarathon wirkt mit Hafterleichterungen, verhinderte Folterungen, Freilassungen aus dem Gefängnis uvm. in ca. 30 % aller Fälle.
In diesem Jahr stehen Klima und Umwelt sowie die Freiheit von Journalist*innen und unabhängigen Medien im Mittelpunkt. Ob in Madagaskar, Ecuador oder Norwegen – Menschen verlieren ihr Zuhause, ihre Gesundheit und ihre Kultur. In Tunesien werden diejenigen mundtot gemacht, die Korruption aufdecken oder Missstände ansprechen. Mit der Aktion „Schreib für die Freiheit“ sammelten wir Unterschriften, um Betroffene zu unterstützen.
Die ganze Aufmerksamkeit des Abends galt unserem Gast:
Wolfgang Bauer, Journalist und Autor.
Er schreibt für DIE ZEIT, ist einer der profiliertesten Kriegs- und Krisenreporter Deutschlands, er ist vielfach ausgezeichnet, erhielt mehrmals den deutschen Journalistenpreis.
Er hat mit uns und unserem Publikum seine Perspektiven aus Afghanistan und Sudan geteilt, die ihm vertraut sind, in denen er Freunde hat. Er erzählte uns, dass ihn schon seit seiner Kindheit die Landschaft von Afghanistan fasziniert hat.
Im Gespräch mit Katrin Hunsicker, Mitglied unserer Gruppe, sparte er nicht mit harscher Kritik an westlichen Regierungen und Institutionen, die zum Scheitern aller Bemühungen beigetragen haben.
Gibt es noch Hoffnung, aus diesen Verstrickungen von Korruption und Profitgier (Krieg ist einträglicher als Frieden) herauszufinden? Wolfgang Bauer mahnte eindringlich: Wir dürfen nicht nachlassen, für den Schutz der Menschenrechte einzutreten und auch den Klimaschutz als zentrale Menschenrechtsfrage voranzutreiben.
Hinter dem Kriegs- und Krisenreporter Wolfgang Bauer steckt ein ruhiger und herzlicher Mann, unaufgeregt.
In Ludwigshafen konnten die „Leseecke“ und in Frankenthal „Thalia“ einige seiner Bücher verkaufen, die er auch gerne signiert hat.
Momente des Innehaltens wurden in Lu untermalt von zwei jungen Musikern aus der Fontäne-Jugend und in FT von zwei Musiker*innen der Musikschule unter Leitung ihres Dozenten Sahin Cokbilir.
Es war nicht nur ein interessanter Abend, intensiv und bewegend hat er mich sehr berührt. Als langjähriges Amnesty-Mitglied bin ich eigentlich vieles gewohnt, doch dieser Abend wird mich noch lange beschäftigen.
Gabriele
Info
„Am Ende der Straße“ von Wolfgang Bauer
Webseite von Wolfgang Bauer