Kino: Die Saat des Heiligen Feigenbaums

Menschenrechte im Kino: Mut. Veränderung. Hoffnung.

Gemeinsam mit der ILA Ludwigshafen zeigten wir den Spielfilm „Die Saat des Heiligen Feigenbaums“, zu dem wir viele neugierige und interessierte Menschen begrüßen durften. Vor Beginn des Films stellten Mirijam Alberti von der ILA sowie Barbara Kohlstruck aus unserer Gruppe kurz ihre jeweiligen Organisationen vor. Beide fassten sich bewusst knapp, denn der Film selbst hatte Überlänge.

Der Film des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof basiert auf den Protesten im Iran im Herbst 2022 und kombiniert fiktionale Szenen mit realen Aufnahmen der Proteste im Iran. Der atemlose Politthriller ist eine engagierte Auseinandersetzung mit dem Unrechtsregime im Iran. Bei den Filmfestspielen in Cannes 2024 war er ein Publikumserfolg und wurde mit dem Spezialpreis der Jury sowie vier weiteren Preisen ausgezeichnet. Durch die aktuellen Ereignisse im Iran bekommt der Film eine Aktualität, die zum Zeitpunkt der Planung noch nicht absehbar war.

Als der Abspann lief, blieb es zunächst vollkommen still. Niemand hat sich bewegt. Die eindrucksvolle Wirkung des Films, der auf echte Handyvideos zurückgreift, schaffte durch diese Videos und herausragende Schauspieler*innen eine beklemmend realistische Atmosphäre, die deutlich spürbar war.

Im kleineren Kreis diskutierten wir im Anschluss an diesen langen Film über die Bedeutung einzelner Szenen, die aus unterschiedlichen Blickwinkeln interpretiert wurden und als Metapher dienten. Gemeinsam sprachen wir auch über die aktuelle Situation im Iran und über Menschenrechte weltweit.

Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie sehr Kunst berühren, aufrütteln und zum Austausch anregen kann.